Klimawandel bringt der Heide den Tod
Heidelandschaft, Bild: Annamartha / pixelio.de
Seit fast 100 Jahren bemühen sich Naturschützer um den Erhalt der Lüneburger Heide. Aber der Klimawandel könnte die uralte Kulturlandschaft zerstören. Wenn es wärmer wird, droht der Heide der Kollaps. Zu diesem Ergebnis sind Wissenschaftler der Lüneburger Leuphana-Universität nach einem Freilandversuch gekommen.
Gewächshäuser und Regenschirme als Simulatoren
Die Heide braucht Regen, ganz besonders im Sommer, wenn die mageren Sandböden in der eiszeitlichen Landschaft schnell austrocknen. Wenn sich das Klima aber so erwärmt wie vorhergesagt, wird das Heidekraut verschwinden, so die Bilanz der Wissenschaftler. Rund um den Wilseder Berg haben sie drei Jahre lang kleine Gewächshäuser und Regenschirme über Heideflächen gebaut und damit das Klima so verändert, wie es für die nächsten 30 Jahre erwartet wird - wärmer und trockener.
Wie lange hält die Heide noch durch?
Das hat die Heide nicht vertragen. "Die Pflanzen verkümmern und sterben ab", bilanziert Ökologie-Professor Werner Härdtle aus Lüneburg das Projekt. Wenn nichts geschehe, sei der Fortbestand dieser größten Heidelandschaft in Mitteleuropa nicht mehr gesichert. Zumal der wachsende Stickstoffeintrag aus der Luft die Heide ebenfalls bedrohe.
Heidschnucken könnten Pflanzen kräftigen
Der Verein Naturschutzpark will nun gemeinsam mit den Forschern neue Programme für die Pflege der Heide entwickeln. Unter anderem könnte es helfen, wenn mehr Heidschnucken als bisher über die Heide ziehen und die Pflanzen regelmäßiger abfressen. Auch durch häufigeres Mähen könnten die Heidepflanzen gekräftigt werden und länger leben, hofft Vereins-Geschäftsführer Mathias Zimmermann. Die Heide hätte dann möglicherweise Zeit, sich an die Klimaveränderungen anzupassen.
von Angelika Hoffmann, NDR 1 Niedersachsen
Artikel und Bildergalerie Heide-Impressionen auf http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heide/