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Projekt des Monats

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KLIMZUG-NORD Projekt des Monats Mai 2013

GPS-Bildungsrouting: ein formaler und informeller Baustein in der Bildung für nachhaltige Entwicklung

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Für den gesellschaftlichen nachhaltigkeitsorientierten Umgang mit dem Klimawandel benötigen wir eine Allgemeinbildung, die zur Selbst- und Mitbestimmung befähigt. Denn die Bewältigung zukünftig zu erwartender Klimafolgen bedarf aufgeklärter kritischer Bürger(innen), die es verstehen, sich in Prozessen des Aushandelns zu bewegen. Deutschlandweite Umfragen belegen allerdings, dass es den wenigsten Menschen klar zu sein scheint, welche individuellen Handlungsoptionen bestehen, um den Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels aktiv mitzugestalten. Aktuell ist das Interesse, sich mit der Thematik zu befassen, innerhalb der Bevölkerung recht unterschiedlich ausgeprägt und variiert abhängig davon, welchem sozialen Milieu die Akteure zuzurechnen sind (Etscheid 2008, Wippermann & Calmbach 2008, BMU 2010). Beispielsweise schätzen Lüneburger Schüler(innen) der 9. (Hauptschule) und 10. Klasse (Gymnasium) darüber hinaus die Betroffenheit ihrer Region von dem Klimawandel als eher gering ein (Katz & Kleinhückelkotten 2011).

Im Bildungsbereich ist die Notwendigkeit zur institutionellen  Kooperation und interdisziplinärer Projektarbeit unbestritten, da fachübergreifende Kompetenzen und integrative Lösungswege für die zukünftigen Herausforderungen immer entscheidender werden. Im Rahmen der KLIMZUG-NORD Bildungsaufgaben werden inhaltlich-thematisch querangelegte Formate und Aktivitäten für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt, die Institutionen übergreifend, in der formalen und informellen Bildungsarbeit vom Elementarbereich bis in die freie Jugendarbeit eingesetzt werden können.

Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit in Bildungsprozessen zu erleben, eröffnet den Blick auf individuelle wie auch kollektive Handlungsoptionen. Die Erfahrung, über direkte Partizipation oder indirekt über die Auseinandersetzung mit politischen Akteuren an der Entwicklung von Maßnahmen zur Bewältigung der Klimafolgen beteiligt zu werden, ist eine wesentliche Voraussetzung für aktive politische Teilhabe. Formate, in denen diese Art von beteiligungsorientiertem Erfahrungs- und Handlungswissen und politische Gestaltungskompetenzen generiert werden können, sind in (klimabezogenen) Bildungskontexten bislang noch zu wenig verbreitet (Katz & Molitor 2013, WBGU 2011). Die bildungsbezogenen Aktivitäten und entwickelten Konzeptionen von KLIMZUG-NORD setzen an diesem Defizit an. Formate wie das vom Umweltbildungszentrum SCHUBZ seit 2007 entwickelte GPS-Bildungsrouting lässt Jugendliche durch die Erstellung von Bildungspunkten partizipieren (Corleis, 2010&2013).

Beteiligungs- und erlebnisorientierte Lernformate: Die Schülerbeteiligung mündet in GPS-Bildungspunkten zum Thema Klimaanpassung.

Bildungsansätze, welche die eigene Gestaltungsmöglichkeiten in den Vordergrund rücken, d.h. selbstbestimmtes Lernen und die Möglichkeit der eigenen Welterfahrungen verstärken, gelten als besonders erfolgreich. Häufig werden darunter beteiligungsorientierte und eigenstrukturierte Lernsettings gefasst. Sie zielen darauf ab, Lernende zu befähigen, sich offensiv an Problemlösungen zu beteiligen und Fähigkeiten zu erwerben, die neben der selbstständigen Aneignung und kritischen Reflexion von Wissenszusammenhängen auch die Fähigkeiten zur gesellschaftspolitischen Mitgestaltung beinhalten. 

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Beim klassischen Geocaching werden mit Hilfe eines tragbaren GPS-Empfängers Verstecke aufgesucht, deren Breiten- und Längen-Koordinaten zuvor im Internet veröffentlicht wurden. Die versteckten Behältnisse (Caches genannt) enthalten allerdings keine hochwertigen materiellen Gegenstände, viel mehr geht es beim Geocaching um die Suche selbst, um den Spaß am Rätseln, dem Aufenthalt in der Natur und das Kennenlernen neuer Orte.

Die vom Umweltbildungszentrum SCHUBZ entwickelte Methode des GPS-Bildungsroutings ermöglicht die Schülersituierung in Bildungspunkten. KLIMZUG-NORD nutzt dieses Format für verschiedene Formen der gesteuerten und informellen Kommunikation in Lüneburg sowie den Modellregionen Elmshorn und Wilhelmsburg.

Potentielle Orte, die besondere Anfälligkeiten gegenüber Klimafolgen oder/und Anpassungsbedarf zeigen (sog. Points of Interest, POI) dienen dabei für die lokale Informationsvermittlung. Die POIs können mit aktuellen Forschungsergebnissen, historischen Daten, lokalen Besonderheiten und Anreizen für die Beobachtung der Natur ausgestattet werden. Der Ansatz ist auf jede Region übertragbar und kann entsprechend an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden.

In Hamburg wird die Methode von zwei Schulklassen erprobt. In Wilhelmsburg steht dabei das innerstädtische Klima im Fokus. An den Orten, die auch für die Forschung relevant sind, können GPS-Bildungspunkte beispielsweise zum Messen der Temperatur hinterlegt und aufgesucht werden. In Elmshorn steht die Hochwasserproblematik thematisch im Mittelpunkt. Städtebauliche Themen wie Grabensysteme oder Dachbegrünung sind dabei mit inbegriffen. Die entsprechenden Beobachtungsgaben im urbanen Kontext sollen mit Hilfe der Bildungspunkte stimuliert werden.

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In Lüneburg wird das Format im Rahmen einer beteiligungsorientierten Bildungsaktivität eingesetzt: Schüler/innen einer Realschulklasse entwickelten - fachlich unterstützt von Mitarbeiter/innen des Umweltbildungszentrums SCHUBZ der Hansestadt Lüneburg, aber selbstbestimmt bzgl. der inhaltlichen Schwerpunktsetzung und der POI-Auswahl - eine eigene GPS-gestützte Klimaanpassungs-Tour: „Der Grüne Weg". Dabei wurden solche Stellen in Lüneburg und Umgebung als Koordinaten aufgenommen, an denen sich die klimabezogene Problematik bzw. die jeweiligen inhaltlichen Zugänge besonders gut verdeutlichen ließen. Zu diesen POIs wurden Fragestellungen entwickelt, informative und kreative Texte entworfen, und Tonaufnahmen erstellt und als Content in die GPS-Geräte eingespeist.

Interessierte Jugendgruppen können sich die Geräte ausleihen, von POI zu POI navigieren und Aufgaben erledigen, spannende Informationen abrufen sowie Hintergrund-Audios oder was immer sich hinter den versteckten POIs verbirgt, entdecken. Dadurch wird für die eigene Betroffenheit von Klimaveränderungen und Anpassungserfordernissen im unmittelbaren Lebensumfeld sensibilisiert.

Bei der Erstellung von Bildungspunkten wird das eigenverantwortliche Lernen, die Medienkompetenz und die  „lokale" Konkretisierung und Verortung von vorab theoretisch im Unterricht behandelten Themen gefördert. Nicht zuletzt ist die Übertragbarkeit auf unterschiedliche Regionen ein großer Vorteil dieses Formates.

Weitere Informationen zum SCHUBZ unter www.schubz.org und zum GPS-Bildungsrouting unter www.navinatur.de

Kontakt

Dr. Christine Katz
Leuphana Universität Lüneburg
katz@uni.leuphana.de

Dr. Christoph Porschke
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
christoph.porschke@hv.haw-hamburg.de

Lothar Hartmann
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
lothar.hartmann@haw-hamburg.de

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Termine

Call for Contributions - Interdisciplinary Conference of Young Earth System Scientists 2013

01. Juni 2013 für die Konferenz vom 22. bis 25. September 2013, KlimaCampus, University of Hamburg, Germany.

ARL-Kongress 2013: Regionale StadtLandschaften

06. bis 07. Juni 2013, Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg.