KLIMZUG-NORD Projekt des Monats April 2012
Ergebnisse der Klimaprojektionen für die Modellregion "Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue"
Die Beobachtungen des Deutschen Wetterdienstes (Zahlen und Fakten zum Klima in Deutschland, DWD-Pressekonferenz 26. Juli 2011 in Berlin) zeigen im Jahresmittel eine überdurchschnittliche Zunahme der bodennahen Lufttemperatur und des Niederschlags in der Metropolregion Hamburg.
Projizierte Änderung der 2m-Temperaturdes im Jahresmittl simuliert mit REMO und CLM für MRH relativ zu 1971-2000 (gleitendes 31-Jahresmittel); in grau 1‑Jahreswerte aller Simulationen
Unter der Annahme der Emissionsszenarien A2, A1B und B1 (IPCC 2000) simulieren die regionalen Klimamodelle REMO und CLM (jeweils angetrieben mit Ergebnissen des Globalmodell ECHAM5-MPIOM, MPI 2006) für die Niedersächsische Elbtalaue im Jahresmittel eine Zunahme der bodennahen Lufttemperatur um etwa 0.9-2.1 K zur Mitte (2036-2065) und um 2-3.4 K zum Ende des 21.Jhd (2071-2100) mit der stärksten Erwärmung im Winter.
Projizierte Änderung des Niederschlags im Jahresmittel simuliert mit REMO und CLM für MRH relativ zu 1971-2000 (gleitendes 31-Jahresmittel); in grau 1‑Jahreswerte aller Simulationen
Der Niederschlag nimmt im Jahresdurchschnitt zu, wobei eine räumliche und zeitliche Umverteilung projiziert wird mit einer Niederschlagszunahme im Winter und zum Ende des Jahrhunderts einer Tendenz zur Abnahme im Sommer. Bei gleichzeitiger Abnahme des Schneefalls im Winter unter höheren Temperaturen fällt deutlich mehr Niederschlag in Form von Regen, was größere Abflussmengen und damit erhöhte Gefahr von Hochwasser im Winter bedeuten kann.
Mittelwert und Bandbreite (auf Basis der 3 Emissionsszenarien B1, A1B und A2 in bis zu 3 Realisierungen) der projizierten Änderungen der bodennahen Lufttemperatur (2 m Höhe) simuliert mit REMO und CLM zur Mitte und zum Ende des 21. Jahrhunderts im Vergleich zur Kontrollperiode 1971-2000.
Auf der anderen Seite führen wärmere und trockenere Bedingungen im Sommer zu einer geringeren Wasserverfügbarkeit und damit eine vermehrte Wasserlimitierung des Pflanzenwachstums in der Region. Die Umverteilung der Niederschläge führt damit zu größeren Unterschieden im Jahresverlauf mit Wasserüberschuss im Winter und Wasserdefizit im Sommer.
Mittelwert und Bandbreite (auf Basis der 3 Emissionsszenarien B1, A1B und A2 in bis zu 3 Realisierungen) der projizierten Änderungen des Niederschlags simuliert mit REMO und CLM zur Mitte und zum Ende des 21. Jahrhunderts im Vergleich zur Kontrollperiode 1971-2000.
Die Bandbreiten der projizierten Klimaänderungen entstehen durch Unsicherheiten der Modellierung, verschiedene Annahmen über menschliches Handeln und durch natürlich gegebene Klimaschwankungen. Die Bandbreiten möglicher Klimaänderungen sind in der Klimafolgenforschung und bei der Entwicklung von Handlungsoptionen zur Anpassung zu berücksichtigen.
Weitere Informationen bei Diana Rechid