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2010-03-01-KLIMZUG-NORD-Newsletter-1-2010-Web

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Einzelheiten T3.3

Beschreibung und Ziele

Die Land- und Forstwirtschaft mit ihren vor- und nachgelagerten Bereichen ist in den ländlichen Landkreisen der Metropolregion Hamburg ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Gleichzeitig trägt sie durch die Erhaltung einer vielfältigen Kulturlandschaft mit hoher Biodiversität zur Attraktivität der Metropolregion für Erholung und Fremdenverkehr bei.

Die Landschaftsstrukturen haben sich über Jahrhunderte wesentlich im Gefolge der sozioökonomischen Verhältnisse entwickelt. Heute sind prospektive Ansätze (u. a. Raumordnung, agrarstrukturelle Planung, Landschaftsplanung) auch vor dem Hintergrund zunehmender Funktionsdiversität im ländlichen Raum von wachsender Bedeutung. Damit stehen Steuerungsinstrumente zur Verfügung, den Wandel von Kulturlandschaften in Anpassung an den zu erwartenden Klimawandel so zu beeinflussen, dass die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume gewährleistet werden können.

Zur Optimierung der klimaangepassten Raumplanung werden im Rahmen dieses Teilprojekts raumrelevante, zukünftig zu erwartende Entwicklungen (Landwirtschaft, Siedlung, Verkehr, Tourismus) und die notwendigen ökologischen Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen der Kulturlandschaft erfasst, miteinander verknüpft und Veränderungen beispielhaft in Szenarien modelliert. Die Ermittlung und Bewertung von Entwicklungspotenzialen erfolgt in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den betroffenen Akteuren (Landwirten, Kommunen, Naturschutzverbänden, Behörden, Politikern,...) um den Raum als ökologisch und ökonomisch langfristig intakte und wettbewerbsfähige Kulturlandschaft zu entwickeln. Die Regionalisierung und Visualisierung der regions-  und betriebsspezifischen Anpassungsstrategien erfolgt mit Geografischen Informationssystemen.

Eine Besonderheit der Metropolregion Hamburg liegt darin, dass dort zwei unterschiedliche Klimaregionen aneinander angrenzen. Mit dem Klimawandel ist möglicherweise eine Verschärfung der klimatischen Unterschiede zu erwarten. Hieraus können nachhaltige strukturelle Verschiebungen im Grundwasserhaushalt und dessen Nutzbarkeit resultieren. Schon jetzt ist Wasser in der Region Ostheide ein begrenzender Produktionsfaktor in der Landwirtschaft. Zukünftig wird es daher noch wichtiger, Wasser effizient und sparsam einzusetzen und die Qualität der Ressource Grundwasser zu sichern.

Durch den Klimawandel stark veränderte Niederschlagsereignisse und -verteilungen ziehen eine Veränderung des Bodenmineralisationsgeschehens für Stickstoff - meist als Nitrat, dem Hauptnährstoff der Pflanzen - nach sich. Nicht nur die für die verschiedenen Nutzungen zu Verfügung stehende Wassermenge, sondern auch dessen Qualität ist durch den vorhergesagten Klimawandel gefährdet. Nitrat stellt im Sickerwasser und damit späterem Grundwasser eine große Belastungsquelle dar, die es durch gezielte, dem Nährstoffaufnahmevermögen der Pflanzen und des Mineralisationsgeschehens der Böden angepasste Düngung und Beregnung der landwirtschaftlichen Flächen zu vermeiden gilt. Neben der zur Verfügung stehenden Wassermenge gefährdet der Klimawandel potenziell also auch die Qualität des Grundwassers.

Im Rahmen des Teilprojektes werden verschiedene Ansätze zur weiteren Optimierung der landwirtschaftlichen Anbausysteme im Umgang mit der Ressource Wasser geprüft:

  • Maßnahmen zur Verminderung des Wasserbedarfes von Pflanzenbeständen bzw. von unproduktiven Verlusten
  • Optimierung der Steuerung der Zusatzbewässerung
  • Untersuchung der Folgen des Klimawandels auf die Stickstofffreisetzung im Boden und Prüfung eines angepassten Düngesystems.

Ziele dieses Teilprojekts sind

  • die Erarbeitung von Anpassungsstrategien und nachhaltigen Handlungsoptionen für die Land-/Boden- und Wassernutzung und
  • die Entwicklung von Beratungsgrundlagen, die eine Anpassung der Agrarstruktur und der Anbausysteme an den Klimawandel ermöglichen.

 

Zusammenarbeit

Das Teilprojekt baut auf den Ergebnissen der Querschnittsaufgabe „Klimawandel" auf. Die Ergebnisse zeigen, mit welchen Maßnahmen unter den Bedingungen des Klimawandels eine produktive Landwirtschaft aufrechterhalten werden kann. Dies hat vielfältige Auswirkungen auf ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in der Metropolregion Hamburg.

In Zusammenarbeit mit dem Tourismus und den verschiedenen Querschnittsfeldern werden mit einzelnen Akteursgruppen Konzepte zur Vermittlung von Kenntnissen über eine nachhaltige ressourcen- und umweltschonende Landwirtschaft, über Naturschutz in der agrarisch strukturierten Kulturlandschaft und dem Erlebnis von Landschaft erarbeitet.

Das geplante Vorhaben zielt darauf ab, in Kooperation mit Stakeholdern der Region wissenschaftliche Begleitforschungen durchzuführen, die regional angepasste praxisrelevante Planungsinstrumente für Landwirte und deren Berater bereitstellt.

 

Umsetzung

Die Untersuchungen finden exemplarisch für die Metropolregion Hamburg in den land- und forstwirtschaftlich geprägten Landkreisen Lüneburg, Harburg, Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Soltau-Fallingbostel statt. Auf bewährten, in der Vergangenheit als repräsentativ für die Ostheide gewählten Standorten werden Feldversuche und Studien mit folgenden Fragestellungen durchgeführt:

  • Prüfung verschiedener anbautechnischer Maßnahmen (z.B. Sortenwahl, Bodenbearbeitung) bei unterschiedlicher Wasserversorgung durch differenzierte Beregnungstechnik. Ziel ist die Erarbeitung eines Anbausystems mit höherer Wassereffizienz.
  • Prüfung von vier verschiedenen Beregnungssteuerungs- und -beratungsmodellen. Ziel ist die Optimierung des Einsatzes der Zusatzbewässerung.
  • Prüfung des „CULTAN"-Düngesystems bei unterschiedlicher Wasserversorgung, die durch differenzierte Beregnung erzielt wird. Bei der Dünger-Injektion nach dem CULTAN-Verfahren werden im Boden punktuelle hochkonzentrierte, stabile Ammonium-Depots angelegt, die weniger auswaschungsgefährdet sind. Die Kulturpflanzen umwachsen die Depots sehr intensiv mit ihren Wurzeln und ernähren sich überwiegend vom Ammonium. Untersucht wird sowohl die Auswirkung dieses Düngungssystems auf die Pflanze als auch auf die Qualität des Sickerwassers.
  • Untersuchungen in der ungesättigten Bodenzone als regionalem Wasser- und Stofftransfer-Medium. Dabei stehen Bewirtschaftungsform, Beregnungseinsatz und die Gewährleistung standortgerechter Humusreproduktion der landwirtschaftlich genutzten Böden der Ostheide unter sich veränderndem Klimaregime im Vordergrund der Untersuchungsansätze (Feld- und Laborforschung).

Im Rahmen dieses Teilprojekts werden die erkennbaren raumrelevanten Entwicklungen (u. a. in Landwirtschaft, Wirtschaft, Naturschutz, Naherholung, Infrastruktur) und die notwendigen ökologischen Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen der Kulturlandschaft miteinander verknüpft und beispielhaft für einen Teilraum entwickelt. Hierzu werden in den Untersuchungsgebieten Stakeholderplattformen mit Entscheidungsträgern aus der jeweiligen Region etabliert.

 

 

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Ab dem 25.9.2018 können sich Behörden, Unternehmen und interessierte Bürger beim "Deutschen Klimavorsorgeportal" über Möglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel informieren. Bundesumweltministerin Svenja Schulze stellte das Portal gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst der Öffentlichkeit vor. Das "Deutsche Klimavorsorgeportal" (KLiVO) bietet staatlich geprüfte und aktuelle Informationen zum Klimawandel in Deutschland und Empfehlungen zur Vorsorge gegen Klimaschäden. Mit KLiVO können...
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Mit dem Programm "Anpassung an die Folgen des Klimawandels" fördert das BMU Projektideen zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Projekt-skizzen zu den drei Förderschwerpunkten "Anpassungskonzepte für Unternehmen", "Entwicklung von Bildungsmodulen" und "Kommunale Leuchtturmvorhaben" können in diesem Jahr im Zeitraum vom 1. August bis zum 31. Oktober 2018 beim Projektträger Jülich eingereicht werden.
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Termine

Fachtagung: Anpassung an den Klimawandel

Veranstaltende: Bildungszentrum für die Ver- und Entsorgungswirtschaft gGmbH (BEW) zusammen mit dem Deutschen Städtetag. Duisburg, 19. November 2018

Praxiswerkstatt Klimafolgenanpassung - Mit Starkregen umgehen

Praktische Beispiele aus norddeutschen Kommunen zeigen die Herausforderungen und Lösungen für den Umgang mit Starkregenereignissen auf. Eine Veranstaltung der Metropolregion Hamburg. Konzept und Durchführung: OCF Consulting, Ahrensburg, 27. November 2018, 14 bis 17.30 Uhr

Technisch-konstruktive Elemente der Abflussverzögerung bei Dachbegrünungen

Fachveranstaltung IFB-informiert, Elbcampus, Zum Handwerkszentrum 1, 21079 Hamburg, 4. Dezember 2018, 17 bis 20 Uhr.

11. Kommunale Klimakonferenz

"Klima- und Nachhaltigkeitsziele kommunal verankern": So lautet der Titel der 11. Kommunalen Klimakonferenz, zu der das Bundesumweltministerium und das Deutsche Institut für Urbanistik Kommunalvertreter, Experten und Multiplikatoren herzlich nach Berlin ins dbb Forum einladen. Berlin, 6. und 7. Dezember 2018.

4. Hamburger Symposium zur regionalen Gesundheitsversorgung

Was macht eine Stadt zur gesunden Stadt? Fachkonferenz mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesundheitsversorgung. Veranstaltende: Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg, 28. Februar 2019