Folgen Sie uns auf:




2010-03-01-KLIMZUG-NORD-Newsletter-1-2010-Web

KLIMZUG-NORD Filme bei Youtube

Modell Kaufering: Nachhaltige Klimaanpassung mit den Kräften der Natur

Das Jahr der Wälder bot uns Forstleuten eine hervorragende Möglichkeit, die Leistungen des Waldes herauszustellen. Das Beispiel Kaufering zeigt die notwendigen Entwicklungen.

Ziel ist es, die Waldnatur so zu stärken, dass sie den zukünftigen Klimabedingungen und Witterungsextremen gewachsen ist und so die Lebensqualität für die nächste Generation sichert. Stärken des Waldes sind: Klimapuffer, Feinstaubverringerung, Trinkwasser- und Hochwasserschutz, Erosionsschutz und Erholung. Schwächen des Waldes sind: Hohe Anfälligkeit gegen Witterungsextreme, ein langer Produktionszeitraum und daher nur langfristig sichtbare Ergebnisse.

Nachhaltigkeitskonzept_Markt_Kaufering.jpg

Notwendige Strategie für die Forstwirtschaft

Der Waldumbau muss wesentlich beschleunigt werden um die Probleme Witterungsextreme, Biodiversität, Bodenversauerung und Wassermanagement zu lösen.

1. Nachhaltige Energieversorgung
Für das Heizkraftwerk werden jährlich 10.000 Tonnen Hackschnitzel benötigt. Daher sind zusätzlich Energie-, Nieder- und Mittelwälder notwendig, um die Biomasse zu sichern.

2. Nachhaltiges Wassermanagement
Im Trinkwasserschutzgebiet Kaufering wird überwiegend intensive Landwirtschaft betrieben. Daher haben die Wasserwerke ein Anreizsystem geschaffen, um die hohen Nitratwerte zu reduzieren. Im Jahre 2002 wurde dieses Anreizsystem auf den Wald ausgedehnt. Bezahlt werden 275 Euro pro Hektar und Jahr, seit 2008 auch für Energiewälder 230 Euro pro Hektar und Jahr.

3. Nachhaltige Bodennutzung
Unsere Böden sind unsere entscheidende Produktionsgrundlage. Die forcierte Versauerung der Oberböden muss gestoppt und eine Revitalisierung eingeleitet werden. Die säureempfindlichen Regenwürmer sind ein hervorragender Weiser für die Bodengüte.

4. Nachhaltiges Jagdmanagement
Seit 2000 wird die Jagd in Kaufering in Eigenregie ausgeübt. Durch das rasche Absenken des Rehwildbestandes war nach wenigen Jahren ein völlig anderes Bild am Waldboden vorzufinden. Alle wichtigen Baumarten verjüngen sich ohne Schutz und die krautige Flora nimmt sichtbar zu.

5. Nachhaltige Lebensqualität
In den letzten Jahrzehnten hat der Wald im nördlichen Landkreis Landsberg am Lech massive Flächenverluste hinnehmen müssen. Um gegenzusteuern müssen daher in Ortsnähe die notwendigen Klimapuffer und Feinstaubfilter aufgebaut werden. Mit Energiewäldern können wir näher an die Häuser heran pflanzen, da sie im Vergleich eine wesentlich geringere Höhe erreichen. Während beim Energiewald bereits nach 3 Jahren die Klimaleistung beginnt, dauert dies beim Hochwald mindestens 10 Jahre. Der Temperaturunterschied im Sommer beträgt circa 15 °C am Tag und die notwendige Verdunstungsenergie benötigt ein Vielfaches dessen, was der Wald an Holz speichert.

Ein weiteres Umsetzungsbeispiel im Projektgebiet ist der Klimaschutzwald der Gemeinde Obermeitingen. Dieser war 1980 gut zwei Hektar groß. In den letzten 10 Jahren hat die Gemeinde die Waldfläche auf 18,5 Hektar vergrößert. 2030 werden daher im Sommer mindestens 1,3 Millionen Liter Wasser pro Tag verdunstet.

Chancen für die Forstwirtschaft

Dank der knapper werdenden fossilen Energieträger und der Verteuerung klimaschädlicher Produkte verbessern sich die Rahmenbedingungen für das Holz. Sollte es gelingen, die Gemeinwohlleistungen des Waldes richtig und überzeugend zu bewerten und dafür Erträge zu generieren, eröffnen sich bessere Perspektiven, um eine zukunftsfähige, nachhaltige Anpassung im Wald zu realisieren und noch rechtzeitig die Probleme Klimawandel, Biodiversität, Bodenversauerung, Stickstoffeintrag und Wassermanagement zu lösen. Für diese anspruchsvolle Arbeit sind qualifizierte und motivierte Forstleute unverzichtbar.

Text: Ludwig Pertl, Kaufering

Weitere Informationen: Forstinfo - Alle Ausgaben

Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

In 2018 rücken etliche Landeskirchen den Klimaschutz in den Mittelpunkt der Fastenzeit. Die Fastenbroschüre "So viel du brauchst ..." bietet zahlreiche Impulse und Anregungen. Lesens- und nachahmenswert!
mehr ...
Wettbewerb "Blauer Kompass" 2018

Wettbewerb "Blauer Kompass" 2018

Anpassungspioniere gesucht! Das Umweltbundesamt zeichnet bereits zum dritten Mal die besten Projekte zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels aus. Bewerbungschluss: 11. März 2018.
mehr ...
Deutschlandfunk Kultur IM GESPRÄCH mit Daniela Jacob und Jörg Knieling

Deutschlandfunk Kultur IM GESPRÄCH mit Daniela Jacob und Jörg Knieling

Stürme, Hitze, Fluten - Wie können wir uns an den Klimawandel anpassen? Radio-Sendung vom 2.12.2017, zu hören als Podcast.
mehr ...
Termine

Kommunale Überflutungsvorsorge – Planer im Dialog

Fachtagung - es werden die Ergebnisse des Projekts "Kommunale Überflutungsvorsorge – Planer im Dialog" vorgestellt. 26. Februar 2018, Hamburg

Mit Starkregen umgehen. Integrierte Überflutungsvorsorge und Risikomanagement in Kommunen

Difu-Seminar in Kooperation mit der Freien und Hansestadt Hamburg, 27. und 28. Februar 2018, Hamburg.

11. Deutsche Klimatagung

Die Konferenz steht unter dem Themenschwerpunkt Fernerkundung und Klima. Veranstalter: DGM. 05. bis 08. März 2018, Frankfurt am Main.

Landscape 2018 - Ernährungssicherheit, Klimawandel, Nachhaltigkeit

Aktueller internationaler Forschungsstand zu zentralen Herausforderungen einer globalisierten Landwirtschaft, Veranstalter: ZALF, 12. bis 16. März 2018, Berlin.

Stadt forscht Zukunft!

14. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit, Veranstaltung mit den Partnern der Innovationsplattform Zukunftsstadt, 5. und 6. Juni 2018, Kongresshalle am Zoo, Leipzig.