Das 1,5°C-Ziel ist – theoretisch - noch machbar
Das 2°C-Ziel ist spätestens seit der COP 16 in Cancún die klimapolitische Zielvorgabe. Eine aktuelle Studie untersucht nun die Machbarkeit der Begrenzung der globalen Temperaturerhöhung auf 1,5°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine Begrenzung der Erwärmung um maximal 1,5°C drastische Reduktionsanstrengungen erforderlich machen würde, die deutlich über die im Rahmen des „Copenhagen Accord“ bis 2020 vorgesehenen Minderungsziele hinausgehen. Das Maximum der globalen Emissionen müsste demnach spätestens 2015 erreicht werden. Danach müssten sie deutlich und dauerhaft sinken.
Der bislang im Rahmen der internationalen Klimaverhandlungen vereinbarte Monitoringprozess zur Überwachung des Fortschritts der Zielerreichung müsste im Zuge dessen angepasst und vorgezogen werden. Den letztlich wohl nur theoretischen Wert dieser Untersuchung zeigt jedoch ein Blick auf die tatsächliche Entwicklung der CO2-Emissionenen.
Die durch die Nutzung fossiler Energieträger und die Zementherstellung verursachten CO2-Emissionen sind im Jahr 2010 weltweit um fast 6% angestiegen. Dies war das bislang größte gemessene Wachstum in einem Jahr. Eine Kehrtwende dieser Entwicklungen ist derzeit zudem ebenso wenig abzusehen, wie deutliche Verbesserungen der Kohlenstoffintensität im Rahmen der weltweiten wirtschaftlichen Aktivitäten. Und somit ebenso wenig die Realisierung eines 1,5°C-Ziels.
Quelle: CSC-News-Scan 10. März 2012
Studie: Ranger, N. et al. (2012): Is it possible to limit global warming to no more than 1.5°C? A letter. Climatic Change, Vol. 111, Numbers 3-4: 973-981.