Mehr Hochwasser-Gefahr: Klimaprojektionen für Elbtalaue
Auf Einladung der Biosphärenreservatsverwaltung Niedersächsische Elbtalaue wurden in Hitzacker Zwischenergebnisse des derzeit laufenden KLIMZUG-NORD-Projektes vorgestellt. Als Kernstück der von rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besuchten Veranstaltung präsentierte Dr. Diana Rechid vom Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg die aktuellen Ergebnisse der Klimaprojektionen für die Region.
Elbhochwasser bei Hitzacker
Auch in der Niedersächsischen Elbtalaue wird es wärmer. Die Computermodelle berechnen für die Niedersächsische Elbtalaue einen Anstieg der durchschnittlichen bodennahen Lufttemperatur um etwa 0,9-2,1°C bis zur Mitte des 21.Jh und um 2-3,4°C bis 2100. Die stärkste Erwärmung sei im Winter zu erwarten.
Der Niederschlag nimmt im Jahresdurchschnitt zu, wobei er sich räumlich und zeitlich anders verteilen wird. Im Winter sei mit einer Niederschlagszunahme zu rechnen. Zum Ende des Jahrhunderts werden trockenere Sommer berechnet. Bei gleichzeitiger Abnahme des Schneefalls im Winter unter höheren Temperaturen fällt deutlich mehr Niederschlag in Form von Regen, was größere Abflussmengen und damit erhöhte Gefahr von Hochwasser im Winter bedeuten kann.
Auf der anderen Seite führen wärmere und trockenere Bedingungen im Sommer dazu, dass den Pflanzen in ihrer Hauptwachstumszeit weniger Wasser zur Verfügung steht. Die Umverteilung der Niederschläge führt damit zu größeren Unterschieden im Jahresverlauf mit Wasserüberschuss im Winter und Wasserdefizit im Sommer.
KLIMZUG-NORD im Gesrpäch mit Akteuren vor Ort
Klimaprojektionen, so betonte die Klimaexpertin, seien keine Vorhersagen, sondern bestmöglichste Berechnungen, die auf Annahmen beruhen. Als zentraler Bestandteil fließen in die komplizierten Klimasimulationen sog. Emissionsszenarien ein, also Einschätzungen darüber, wie sich die Weltwirtschaft oder unsere Lebensstile zukünftig ändern werden. „Denn“, so Frau Rechid, „davon ist abhängig wie viele klimaverändernde Stoffe wir Menschen in die Atmosphäre frei setzen. Mit den Klimaprojektionen wird also in die Zukunft gerechnet. Keine exakten Zahlen sondern Bandbreiten sind das Ergebnis. Diese werden im Rahmen des KLIMZUG-NORDProjektes in der Klimafolgenforschung und bei der Entwicklung von Anpassungsmöglichkeiten berücksichtigt.“
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.elbtalaue.niedersachsen.de