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Sommerliche Wetterkapriolen Heftige Gewitter als Vorboten des Klimawandels?

Mehr als 150.000 Blitze wurden bei Unwettern am vergangenen Wochenende in Deutschland gemessen - eine Rekordquote. Es gab vier Tote und zahlreiche Verletzte. Sind die sommerlichen Wetterkapriolen Zufall oder deutliche Vorboten des Klimawandels?

Gewitterfront vom 10. Juli 2004 in Willich (NRW).jpgBild: Rolf van Melis | pixelio.de

Heftige Gewitter passen durchaus in die Erwartungen der Klimaforscher: "Wenn man sich die Prognosen anschaut, dann sieht man, dass Starkwetterereignisse - sprich Gewitter und massiver Regen  - häufiger erwartet werden", erläutert SWR-Umweltredakteur Werner Eckert, der aber einschränkt: "Klima ist das Wetter von 30 Jahren im Durchschnitt. Wenn man auf ein Jahr schaut, kann man das Klima nicht beschreiben. Das muss klar sein."

Unbestritten ist die Tatsache, dass die Temperaturen in Deutschland steigen, in kleineren Gebieten zum Teil dramatisch. Bis zu sechs Grad mehr werden beispielsweise im Durchschnitt in diesem Jahrhundert für den östlichen Bodensee erwartet. "Das ist viel Holz", so Eckert, "wenn man bedenkt, dass der weltweite Unterschied zwischen einer Eis- und Wärmezeit bei nur fünf Grad lag."

Folgen des Wandels sind noch nicht zu überschauen

Der Anstieg der Temperaturen zeitigt Folgen, "die wir noch nicht überschauen können." Es wird wärmer, ob es aber mehr oder weniger regnen wird, darüber sind sich die Meteorologen noch unsicher. "Tendenziell soll es im späten Winter künftig mehr Niederschläge geben, im Sommer ist man sich ziemlich uneins", sagt Eckert. Klar scheint aber, dass der Regen im Sommer nicht als warmer Landregen, sondern vor allem als heftiges Gewitter herunterkommen wird. "Die Art und Weise, wie es regnet, wird sich eher verändern, als die Niederschlagsmenge."

Deutschland bleibt aber in den gemäßigten Breiten mit Sommer- und Winterschema mit Frostnächten und Tagen. Wärmeliebende Pflanzen und Tieren fühlen sich mittlerweile hierzulande viel wohler. Beispiel Weinbau: Sorten, die mehr Wärme brauchen, sind längst heimisch. "Der Chardonnay ist längst hier angekommen und man kann Merlot anbauen, die wären früher nicht reif geworden", so Eckert. "Der limitierende Faktor sind die Frostzeiten im Winter. Hier erfrieren einige Sorten."

Das Fazit des Umweltredakteurs: "Das Klima bleibt spannend, aber nicht unproblematisch. Deutschland wird aber nicht zur Wüste werden. Wir sind bei den Begünstigten des Klimawandels, wir müssen ihn eigentlich nur managen. Erleiden müssen ihn andere im Süden."

Weiterlesen auf der Internetseite des Südwestrundfunks

 

 

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