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KLIMZUG-NORD Projekt des Monats November 2013

Das „Kooperationsnetzwerk Wasser" im Wald unterwegs  (TP 3.5)

Die KLIMZUG-NORD-Stakeholderplattform informierte sich vor Ort über die Umsetzung der beiden KLIMZUG-NORD-Pilotvorhaben zur Erhöhung des Grundwasservorrats in der östlichen Lüneburger Heide.

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Ein räumlicher Schwerpunkt des KLIMZUG-NORD-Projektes liegt im Südosten der Metropolregion, d.h. in der östlichen Lüneburger Heide mit ihrem subkontinentalen Klima. Die Auswirkungen des Klimawandels sind dort schon heute zu spüren: neben den dort charakteristischen Frühsommertrockenheiten traten in den letzten Jahren immer häufiger ausgeprägte Frühjahrstrockenheiten auf. Die landwirtschaftliche Feldberegnung gehört im Sommerhalbjahr zum vertrauten Erscheinungsbild der Region. Doch immer häufiger muss der teure und arbeitsaufwändige Zusatzregen schon im Mai oder sogar Ende April ausgebracht werden.

Mit Hilfe von KLIMZUG-NORD wurden in den vergangenen viereinhalb Jahren nicht nur theoretische Anpassungsstrategien zum Umgang mit dem zukünftig höheren Beregnungswasserbedarf entwickelt, sondern an den beiden besichtigten Beispielen wurde eine Umsetzung auch erprobt. Denn auch langfristig darf - wie bisher - nur so viel Grundwasser gefördert werden, wie mit dem Schutzbedarf der grundwasserabhängigen Biotope vereinbar ist.

Auf einer Waldfläche von insgesamt 37 Hektar wurden in der Samtgemeinde Rosche (Landkreis Uelzen) mit kleinen Düsen bestückte, tritt- und witterungsbeständige Schläuche ausgebracht. Das gereinigte Abwasser der Kommune - ursprünglich dem Grundwasser entnommen - wurde bisher über den Bach Wipperau auf kurzem Weg in die Nordsee geschickt. Ein Vertreter des verantwortlichen Bewässerungsverbands erläuterte, dass stattdessen nun eine Versickerung in dem Waldstück erfolgt. Nach einer Bodenpassage von 20 und mehr Metern wird der Grundwasserleiter erreicht und der regionale Wasserkreislauf wieder geschlossen. Damit steht das gereinigte Abwasser für eine erneute Entnahme oder zur Erhöhung der Abflüsse in den örtlichen Bächen zur Verfügung.

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Durch den Umbau von Nadelwald zu laubholzbetontem Mischwald erhöht sich bekanntermaßen ebenfalls die Grundwasserneubildung, und zwar um anfangs geringe, jedoch zunehmende Mengen auf 50-100 Millimeter pro Jahr. Auf zwei reinen Nadelwaldflächen von insgesamt knapp 12 Hektar im Wasserschutzgebiet Wibbese (Landkreis Lüchow-Dannenberg) wurden verschiedene Laubholzarten und Mischwaldarten unterpflanzt. Auch bisher in der örtlichen Forstwirtschaft kaum genutzte Arten wie Ahorn, Winterlinde, Esskastanie oder Sandbirke kamen zum Einsatz. Zuvor wurde durch Hieb reifer Bäume der vorhandene Wald auf das erforderliche Maß aufgelichtet. Der zuständige Förster der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erläuterte, dass heute im Normalfall die charakteristischen Kiefernwälder der östlichen Lüneburger Heide nicht mit Laubhölzern, sondern mit Douglasien unterpflanzt werden. Denn deren Marktleistung ist unübertroffen. Entsprechend gering ist normalerweise die Bereitschaft der Waldeigentümer und Förster zum grundwasserbetonten Waldumbau. Durch die waldbaulichen Schadrisiken als Folge des Klimawandels rücken jedoch Laubarten in das Interesse. Die beiden KLIMZUG-NORD-Pilotflächen sollen künftig Beobachtungen zur Resilienz und zum Ertragsverhalten der neuen Baumartenmischungen ermöglichen. Für Praktiker sollen sie als Demonstrationsobjekt dienen. Darüber hinaus wurde auf drei ausgewählten Teilparzellen Technik zur Erfassung der Grundwasserneubildung installiert. Eine langjährige Betreuung durch die Landwirtschaftskammer ist beabsichtigt.

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Nach der Exkursion informierte sich das Kooperationsnetzwerk Wasser bei Kaffee und Kuchen noch mit einem Vortrag über die Ergebnisse eines weiteren KLIMZUG-NORD-Arbeitspakets zur voraussichtlichen Entwicklung der Humusgehalte der regionalen Böden in Abhängigkeit von klimatischen Veränderungen.

Mit diesem zwölften Treffen bot sich den Mitgliedern eine erneute Möglichkeit, die vielfältigen KLIMZUG-Arbeitspakete rund um die - auch in anderen Regionen - zunehmende Bedeutung der landwirtschaftlichen Bewässerung und die damit verbundenen Probleme kennen zu lernen, sich darüber auszutauschen sowie Anregungen und Hinweise zu geben. Mitglieder sind die so genannten Stakeholder, also Vertreter der betroffenen Belange, insbesondere Fachbehörden, Naturschutzverbände und Beregner. Zwar war die Beteiligung an den Treffen insgesamt dadurch geprägt, dass die Stakeholder vermehrt teilnahmen, wenn ihr eigener Belang im Fokus des Treffens stand. Dennoch kann rückschauend festgestellt werden, dass durch das zunehmende gegenseitige Kennenlernen sowie durch den Austausch von Standpunkten und Informationen neue Strategien zur Vermeidung/Verringerung von zukünftiger Wasserknappheit Eingang in das Nachdenken und die Diskussionen gefunden haben.

Kontakt:

Elisabeth Schulz
Landwirtschaftskammer Niedersachsen
elisabeth.schulz@lwk-niedersachsen.de

 

 

 

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