Folgen Sie uns auf:




2010-03-01-KLIMZUG-NORD-Newsletter-1-2010-Web

KLIMZUG-NORD Filme bei Youtube

urbane_systeme_brache_k_schmidt_2_web.jpg

KLIMZUG-NORD Projekt des Monats Juli 2013

Naturschutz im (Klima-)Wandel (Q 2)

Das Team der Querschnittsaufgabe Naturschutz übernimmt in KLIMZUG-NORD ein breites Aufgabenspektrum, das die Generierung von Wissen ebenso einschließt wie den Wissenstransfer. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeiten ist die Aufbereitung und Bündelung aktueller Ergebnisse ökologischer Untersuchungen zu den Effekten des Klimawandels auf typische Ökosysteme der Metropolregion Hamburg (MRH) entlang des Elbeästuars, in der Stadt Hamburg und in den angrenzenden Kulturlandschaften.

urbane_systeme_brache_k_schmidt.jpgUrbane Systeme Brache | Foto: K. Schmidt

Zugleich werden Aspekte der Landschaftsplanung wie die Anpassung der Eingriffsregelung an die Erfordernisse des Klimawandels analysiert und die Auswirkungen von Anpassungsmaßnahmen anderer gesellschaftlicher Sektoren auf die Schutzgüter des Naturschutzes geprüft (s. Download am Ende dieser Seite). Ziel der Arbeiten ist es, im fortlaufenden Austausch mit Wissenschaftlern und Akteuren des administrativen wie des ehrenamtlichen Naturschutzes neue Prioritäten für die Arbeit des Naturschutzes unter Einfluss des Klimawandels zu erarbeiten.

Wieso, weshalb, warum...?

Der Naturschutz ist das zentrale Steuerungselement zu Schutz und Erhalt der Biodiversität. Nach § 1 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG 2009) ist es Aufgabe des Naturschutzes, die biologische Vielfalt, die Leistungs- und Funktionsfähigkeit sowie die Vielfalt, Eigenart, Schönheit und den Erholungswert von Natur und Landschaft dauerhaft zu sichern. In Ergänzung zu den im BNatSchG formulierten Aufgaben ist der Naturschutz in zahlreiche globale und internationale Abkommen wie z.B. die Convention on Biodiversity (CBD) eingebunden und somit dem Erhalt von Biodiversität und Ökosystemfunktionen verpflichtet.

kulturlandschaften_auen_k_ludewig.jpgKulturlandschaften Auen | Foto: K. Ludewig

Unter langfristig stabilen klimatischen Bedingungen können sich gemäß der jeweiligen Standortbedingungen Ökosysteme mit einer typischen Artenzusammensetzung und standortspezifischen ökologischen Funktionen ausprägen, denen häufig ein hoher naturschutzfachlicher Wert zukommt. Der projizierte Klimawandel und der damit verbundene Temperaturanstieg sowie veränderte Niederschlagsmuster im Jahresverlauf werden sowohl die räumliche Verteilung der Ökosysteme als auch die ökosystemaren Prozesse und die Artenzusammensetzung in bisher nicht bekanntem Maße beeinflussen. So könnten besonders die räumliche Ausdehnung von Feuchtgebieten wie (Hoch-)Mooren, Marschen und Auen aufgrund reduzierter sommerlicher Niederschläge rückläufig sein.

kulturlandschaften_moore_c_butzeck.JPGKulturlandschaften Moore | Foto: C. Butzeck

Ergebnisse von Freilanduntersuchungen und Modellierungen weisen z.B. auch darauf hin, dass auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene Änderungen des Verbreitungsgebiets zahlreicher Tier- und Pflanzenarten zu erwarten sind. Während voraussichtlich wärmeliebende Arten verstärkt in aktuell gemäßigte Breiten vordringen können, kann für kälteliebende Arten ein Rückzug nach Norden angenommen werden, der mit Aussterbeereignissen am südlichen Rand des heutigen Areals einhergeht. Auch Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen wie die Speicherung von Kohlenstoff oder Nährstoffen werden durch Temperaturanstieg und veränderte Niederschlagsmuster im Jahresverlauf beeinflusst. Insgesamt betrachtet werden sich die zu erwartenden Änderungen der klimatischen Bedingungen also unmittelbar auf zahlreiche Schutzgüter des Naturschutzes auswirken. Eine besondere Herausforderung stellt dabei die große Geschwindigkeit dar, mit der die klimatischen Veränderungen spätestens ab 2050 verlaufen werde, wodurch eine (fortlaufende) Anpassung der Strategien des Naturschutzes an den Klimawandel erforderlich wird.

Vernetzung, Wissenstransfer und Strategieentwicklung

Im Rahmen von KLIMZUG-NORD wurde durch die an der Universität Hamburg angesiedelte Querschnittsaufgabe Naturschutz der Arbeitskreis (AK) „Naturschutz & Klimawandel in der MRH" gegründet. Der AK setzt sich aus ca. 100 VertrerInnen des administrativen und des ehrenamtlichen Naturschutzes sowie der Wissenschaft zusammen. Bei den etwa einmal jährlich stattfindenden Treffen des AK stehen der Transfer aktueller Ergebnisse ökologischer Forschung und die Ableitung wissensbasierter Handlungsempfehlungen für den Naturschutz im Vordergrund. Zugleich bietet der AK ein über die Kreis- und Bundeslandgrenzen in der MRH hinausreichendes Diskussionsforum, das Raum für innovative Ideen lässt und bislang in der MRH einzigartige Möglichkeiten zur Vernetzung der Akteure des Naturschutzes eröffnet.

ak_natschutz_2010_1.jpgAK Naturschutz und Klimawandel 2010

Um gezielt über die Weiterentwicklung der Strategien des Naturschutze unter Einfluss des Klimawandels diskutieren zu können und die Entwicklung spezifischer Handlungsstrategien zu ermöglichen, gingen aus dem AK Naturschutz & Klimawandel vier Arbeitsgruppen (AGs) mit den thematischen Schwerpunkten „Biotopverbund & Klimawandel", Kulturlandschaften & Klimawandel", „Urbane Ökosysteme & Klimawandel" sowie „Elbeästuar & Klimawandel" hervor. Die AGs, in denen insgesamt ca. 50 Personen aktiv sind, kommen seit 2011 einmal pro Quartal zusammen. Ziel der AGs ist es, auf Grundlage des intensiven Austauschs zwischen Wissenschaft und Praxis sowie unter Berücksichtigung der speziellen naturräumlichen und administrativen Gegebenheiten in der MRH, künftige Prioritäten des Naturschutzes zu identifizieren, Wissensdefizite zu benennen und Handlungsempfehlungen zu formulieren, die in einem Positionspapier veröffentlicht werden.

Die Positionspapiere der AGs „Elbeästuar & Klimawandel" sowie „Biotopverbund & Klimawandel" liegen bereits vor und stehen am Ende dieser Seite als download zur Verfügung. Positionspapiere der beiden anderen AGs sind zum Herbst dieses Jahres zu erwarten. Die wesentlichen Inhalte aller Positionspapiere werden abschließend zu einer KLIMZUG-NORD Politikempfehlung gebündelt, um sie im Anschluss einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

In einer ersten Zwischenbilanz zur Zusammenarbeit in dem Arbeitskreis und den Arbeitsgruppen lässt sich festhalten, dass die intensivierte Vernetzung der Naturschutzakteure in der MRH als sehr positiv empfunden. Besonders die Möglichkeit, in einem neutralen, informellen Rahmen Diskussionen führen zu können, hat sich als vorteilhaft erwiesen. Auch der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Praxis (und umgekehrt) wird als Bereicherung betrachtet. Eine Weiterführung der Zusammenarbeit über KLIMZUG-NORD hinaus und damit eine Verstetigung der intensiven Vernetzung wäre entsprechend wünschenswert.

positionspapier_elbeaestuar_0613.jpgpositionspapier_biotopverbund_0613.jpgZum Download klicken Sie bitte auf eine der beiden Positionspapiere oder schauen Sie unter DOWNLOADS, ... gut zu wissen. Dort finden Sie auch weitere interessante Informationen zum Thema Klimaanpassung und Naturschutz.

Kontakt:

Wiebke Schoenberg
Universität Hamburg
wiebke.schoenberg@uni-hamburg.de

 

Bundesregierung startet neues Informationsportal zur Vorsorge gegen Klimaschäden

Bundesregierung startet neues Informationsportal zur Vorsorge gegen Klimaschäden

Ab dem 25.9.2018 können sich Behörden, Unternehmen und interessierte Bürger beim "Deutschen Klimavorsorgeportal" über Möglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel informieren. Bundesumweltministerin Svenja Schulze stellte das Portal gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst der Öffentlichkeit vor. Das "Deutsche Klimavorsorgeportal" (KLiVO) bietet staatlich geprüfte und aktuelle Informationen zum Klimawandel in Deutschland und Empfehlungen zur Vorsorge gegen Klimaschäden. Mit KLiVO können...
mehr ...
DWD: Vorläufiger Rückblick auf den Sommer 2018 - eine Bilanz extremer Wetterereignisse

DWD: Vorläufiger Rückblick auf den Sommer 2018 - eine Bilanz extremer Wetterereignisse

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zieht eine vorläufige Bilanz des Sommers 2018. Eine Bilanz extremer Wetterereignisse...
mehr ...
BMU fördert weiterhin kreative Projekte zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels

BMU fördert weiterhin kreative Projekte zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels

Mit dem Programm "Anpassung an die Folgen des Klimawandels" fördert das BMU Projektideen zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Projekt-skizzen zu den drei Förderschwerpunkten "Anpassungskonzepte für Unternehmen", "Entwicklung von Bildungsmodulen" und "Kommunale Leuchtturmvorhaben" können in diesem Jahr im Zeitraum vom 1. August bis zum 31. Oktober 2018 beim Projektträger Jülich eingereicht werden.
mehr ...
Termine

4. Hamburger Symposium zur regionalen Gesundheitsversorgung

Was macht eine Stadt zur gesunden Stadt? Fachkonferenz mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesundheitsversorgung. Veranstaltende: Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Hamburg, 28. Februar 2019

Anpassung in der Landwirtschaft

Veranstaltende: Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), Darmstadt. Darmstadt, 20. und 21. März 2019.

Hitze in der Stadt - kommunale Klimavorsorge

Seminar in Kooperation mit der Stadt Düsseldorf. Veranstalter: DifU, Düsseldorf, 22. bis 23. Mai 2019